Montag, 9. Juli 2012

29. Etappe

Am Abend habe ich noch zwei interessante Begegnungen gehabt. Ein Mann mittleren Alters hat mich über Touren ausgefragt. Er plant eine Tour Ende 2015-Anfang 2016, ursprünglich wollte er ins südliche Spanien. Ich habe ihm ein paar Tipps gegeben, u.a. das wichtigste bei einer längeren Tour ist, dass man vorher das Wetter, insbesondere Regen und Wind genau prüft. Ich denke, es regnet, auch im Süden, in Spanien im Winter einfach zu viel, so dass es vermutlich keinen Spaß macht. Zur Erinnerung ich hatte bisher nur "Regen" auf der 28. Etappe.
Richtigen Regen gab es dann übrigens in der Nacht. Es war jedenfalls genug, dass ich das Zelt teilweise nass einpacken musste. Es hat sich gezeigt, dass das Zelt dicht genug ist für leichten Regen. Das es heute deutlich wärmer und sonniger ist, ist es inzwischen aber trocken.
Zum anderen habe ich Trevor getroffen. Er ist wie ich in San Francisco mit dem Rad gestartet, allerdings einen knappen Monat vor mir. Im Gegensatz zu mir ist er über Seattle gefahren. Wir haben allerdings das gleiche Ziel: Boston. Er möchte am 11.08. dort sein. Wir haben uns ein wenig unterhalten und dann ausgemacht heute zusammen zu fahren, hier in South Dakota hat man als Langstreckenradfahrer im Prinzip keine Alternative zum Folgen der Interstate 90, das hatten wir beide vor. Außerdem ist das natürliche Ziel von Oacoma/Chamberlain aus Mitchell, so dass wir beide das gleiche Ziel hatten.

29. Etappe
Wie erwähnt begann der Tag mit Regen in der Nacht. Als ich kurz nach 6 aus dem Zelt gekrochen bin war die Wiese noch nass aber es gab kein neues Wasser von oben. Die erste Aktion des Tages war das Abholen  von Bargeld von der nahe gelegenen Tankstelle bzw. dem Supermarkt, welches mir meine Schwester per Western Union geschickt hat.
Da das erst um 8 möglich war ging es erst kurz nach 9 aufs Rad. Als erstes haben Trevor und ich den Missouri River überquert. Da der Fluß bei Pickstown gestaut wird, ist er bei Oacoma bzw. Chamerlain schon recht breit.
Missouri River, aufgenommen von Trevor
Es stellt sich schnell heraus, dass wir beide etwa gleich schnell unterwegs sind. Ich war durch Trevors Begleitung etwas motivierter als an anderen Tagen, so dass wir auch ganz gut voran gekommen sind. Auffällig war lediglich, dass mein Rad bergab etwas schneller ist, während ich bergauf etwas hinter hänge.
Wir haben uns relativ viel unterhalten und kurz nach Chamberlain beinahe die richtige Abzweigung verpasst. Danach ging es weiter auf dem alten US Hwy 16, welcher im wesentlichen von der Interstate 90 ersetzt wurde, zum Radfahren aber noch hervorragend geeignet ist, insbesondere, da er sehr wenig von Autos und Trucks befahren wird.
Es ging über Kimball, White Lake und Plankinton nach Mitchell. Fotostopps haben wir durch die Unterhaltung im Wesentlichen vergessen. Wir sind oft nebeneinander gefahren, was aufgrund von Trevors Helmrückspiegel und dem geringen Verkehr kein Problem war. Unter anderem haben wir uns über Radfahren, andere Radfahrer und vieles mehr unterhalten. Trevor hat die letzten Tage zusammen mit seiner Freundin verbracht und vor 3 Tage Fred (ich habe Fred auf der 23. Etappe getroffen) an der Interstate 90 nahe der Badlands getroffen. Wir gehen also davon aus, dass Fred auch ganz gut unterwegs ist und zur Zeit maximal zwei Tage vor uns ist. Außerdem hat er uns beiden ähnliche Geschichten erzählt: Hier gibt es Fliegen die beißen, das fühlt sich an wie ein Mückenstich. Ich hatte das bisher für einen psychologischen Effekt gehalten und gedacht mein Bein hält die Fliege für eine Mücke und sendet die gleichen Signale. Laut Fred kann man sich davor schützen, wenn man etwas Sulfat ist. Da man das leider heutzutage schlecht bekommt, soll man ein paar Steichholzkuppen abknabbern.
Die Landschaft war deutlich angenehmer als an den Tagen bisher, es war deutlich mehr Landwirtschaft, hauptsächlich Weizen und Mais, zu sehen. Die Gegend ist allgemein viel grüner als Nevada, Utah oder Wyoming und somit eine echte Wohltat.
Das Wetter war auch ganz angenehm, am Morgen etwas bewölkt, später dann sonnig aber noch nicht zu heiß. Die Strecke war überwiegend flach, an einige Stellen hatten wir Rückenwind, aber nicht sehr ausgeprägt. Insgesamt waren es 122.78 km in 5:28:04 (21.79 km/h im Schnitt).
Im Gegensatz zu gestern sind wir heute natürlich zusammen auf dem Campingplatz angekommen, da wir beide kein Auto haben, war es leicht sich einen Platz zum Zelten zu teilen. Das macht den Zeltplatz natürlich deutlich billiger als alleine.
2 Zelte für 16.20 USD
Am späten Nachmittag haben wir uns noch den "weltweit einzigen Maispalast" angesehen.
Mitchell Corn Palace
Anschließend haben wir zusammen ein etwas üppigeres Dinner gekocht und eine vielleicht etwas zu groß geratene Eispackung (etwa 1000 kcal pro Kopf) verdrückt.
Abendessen
Wie es aussieht geht es morgen zusammen weiter nach Sioux Falls, die letzte Etappe vollständig in South Dakota.

(english paragraph)
Today I do not have an english paragraph. I rode the whole day with Trevor and he has an english report far better than I could do ever. Here the link:
Trevor's Blog: http://smanginusa.blogspot.com/