Mittwoch, 15. August 2012

Boston

Ich war nun einige Tage in Boston und möchte das kurz zusammenfassen. Die Bilder habe ich heute auf klein gestellt, da es zu viele sind. Größere Bilder bekommt man, wenn man sie anklickt.
Zunächst eine kurze Zusammenfassung was gut und schlecht an Großraum-Boston ist:

PRO:
  • Es gibt einen Flughafen mit Direktflügen nach Deutschland (die Mitnahme des Fahrrades wird pro Strecke berechnet). Außerdem: Der Flughafen bietet kostenloses Internet (nur ein Werbevideo).
  • Es gibt Nahverkehr. Die Züge sind ziemlich alt und ziemlich zusammen gestückelt, aber man kommt von A nach B.
  • Der Weg nach Cape Cod ist nicht zu weit.
  • Es gibt hier Universitäten.
CONTRA:
  • Die Straßen sind zum Radfahren nicht geeignet. Zu viel Verkehr und zu viele Schlaglöcher.
  • Die Stadt ist an einigen Ecken ziemlich heruntergekommen.
  • Unterkünfte sind ziemlich teuer.
  • Insbesondere in Everett ist es extrem warm, scheint ein lokales Sommerphänomen zu sein. Das ist vor allem dann ungünstig, wenn das Hostel keine Klimaanlage in den Zimmer sondern nur auf dem Gang hat.

Am Freitag bin ich mit dem Rad nach Boston gefahren. Das heißt zunächst bin ich 50 Minuten durch Everett geirrt, bevor ich die richtige Straße gefunden habe.
In Boston bin ich dann als erstes an der North Station vorbeigekommen. Da ich in San Francisco den Bahnhof nicht gesehen habe und in Salt Lake City der Bahnhof eher nach einem Haltepunkt (trotz des Test des High-Speed-Trains) aussah, ist das der erste echte Bahnhof seit ich in Frankfurt aus dem Zug gestiegen.
North Station - ein echter Bahnhof
Danach bin ich zum Park in der Mitte der Stadt - Boston Common - gefahren. Inzwischen war es Mittag und ich habe erstmal was gegessen. Anschließend bin ich der roten Linie auf der Straße, dem Freedom Trail, durch die Stadt gefolgt.
Capitol
Ziemlich touristisch, aber ich bin ja nun mal Tourist.
Italienischer Sattel
Auf den Besuch von Museen habe ich verzichtet. Zum einen bin ich kein großer Fan von Museen und zum anderen geht das auch schnell ins Geld. Beim Tea Party Museum wollten sie 25 USD haben. Apropos Tea Party: No representation without taxation. (den Satz wollte ich schon lange mal unterbringen).
Kriegsschiff aus dem 2. Weltkrieg
Den Abschluss des Freedom Trails bildet das Bunker Hill Monument. Dort wird das geehrt was wir im Deutschen manchmal euphemistisch ein Himmelfahrtskommando nennen. Im Unabhängigkeitsbürgerkrieg haben sich dort Revolutionäre verschanzt und aus ziemlich aussichtsloser Lage heraus britische Truppen bekämpft. Heute feiern sie es als Erfolg, dass sie die Hälfte der britischen Soldaten getötet haben, bevor sie überrannt wurden.
Bunker Hill Monument
Am Freitag hat mir Boston nicht so richtig gefallen. Mit dem Rad war die Stadt ziemlich stressig. Außerdem war das Wetter nicht besonders.
Am Samstag habe ich das Rad dann stehen lassen und den Zug genommen. Ich bin in die Stadt/den Stadtteil Cambridge (das nervt echt, dass die Städte hier ziemlich unkreativ benannt sind) gefahren. Dort habe ich mir das MIT und Havard von außen angeschaut.
MIT
So richtig Spaß macht das nicht. Neben mir haben das aber noch extrem viele andere Touristen und Verwandte von Erstsemestlern gemacht. Wie man neben so vielen Touristen (okay es war Samstag) arbeiten kann ist mir unklar.
Den Sonntag habe ich zunächst damit zugebracht nach Fenway zu gelangen. Dort war der nächste REI store. Zur Erinnerung meine Luftpumpe, die in Wyoming auf der Interstate 90 (die habe ich am Samstag nochmal fotografieren können), kaputt gegangen war, war von REI und musste unbedingt noch gegen Geld zurückgetauscht werden. Außerdem habe ich meinen Schlafsack zurückgegeben (er ist im Sommer oft zu warm, es gibt Schlafsäcke gleicher Qualität bei Walmart für ein Fünftel des Geldes und ich war zu nah an den 430 EUR die ich steuerfrei nach Deutschland bringen darf).
Anschließend bin ich mal zu Starbucks gegangen und habe einen nicht besonderen Smoothie für 5 Bucks getrunken.
Starbucks Smoothie
Nun ja, ich bin froh, dass es entlang meiner Route nicht mehr Starbucks gab, den so richtig anfangen kann ich mit dem Konzept nichts. UFood hingegen hat mich durch den Broccoli anstelle der üblichen Frites überzeugt.
Fast Food by UFood
Eigentlich wollte ich danach im Kino den neuen Bourne sehen. Da aber Matt Damon nicht mitspielt habe ich mich für den neuen Batman entschieden. Das Ende habe ich nicht ganz verstanden, vermutlich fehlt mir Teil 2 der Trilogie für das Verständnis. Anschließend habe ich mir noch den Financial District angeschaut, bevor ich zurück zum Hostel bin um mein Rad vorzubereiten (Kettenwechsel).
Auffällig an Boston ist, dass man neben dem üblichen Spanisch auch andere nicht-englischsprachige Zeitungen sieht.
Spanisch ist hier nicht die zweit-
wichtigste Sprache
(Am Montag war ich in Cape Cod.)
Am Dienstag habe ich dann die meiste Zeit damit verbracht meinen Anhänger zu verschicken. Erste Auskunft bei UPS war: Hunderte Dollar. Danach habe ich dann Lufthansa angerufen, die sich aber geweigert haben den Anhänger zu befördern (ok, ich habe bei den Maßen etwas zu sehr überschätzt). Dann nach habe ich es bei einer US Postal Service Filiale versucht. Die haben mir 70 USD als Preis angeboten, wenn der Karton nicht größer als 108 Zoll (L+2B+2T) ist. So einen Karton konnten sie mir natürlich nicht verkaufen. Zum Glück habe ich im UPS Store nebenan einen gebrauchten Karton bekommen, der mir auf das passende Maß zusammengekürzt wurde. Leider habe ich bei dem ganzen hin und her fahren meine neue Ersatz-Hinterachse und die Manuals für den Anhänger verloren.
Am Abend war ich dann mit Trevor und seiner Freundin Stephanie in den Jamaica Plains was essen.
Heute habe ich mich dann nur noch mit Packen und dem Kauf von Heizungsisolationen zum Verpacken des Rades beschäftigt. Ich bin dann zum Flughafen mit dem Rad gefahren, dass ist nichts besonderes, das habe ich in Lourdes schon mal gemacht.
Danach wäre es natürlich schön gewesen am Flughafen duschen zu können. Leider ist der Logan International Airport einer der Flughäfen wo das nicht geht. Also konnte ich lediglich die Kleidung wechseln.
Logan International Airport
hat leider keine Dusche
Ich habe anschließend mein Rad verpackt und es aufgegeben. Leider wollte man es ohne Box nicht befördern, obwohl mir das bei der telefonischen Anmeldung des Rades versprochen wurde. Dieses Angebot, welches mich damals sehr gefreut hat, war also nicht viel wert. Eine Box konnte man mir auch nicht verkaufen. Außerdem hatte ich die passenden Werkzeuge (vor allem für die Demontage der Pedalen nicht dabei). Nach einigem telefonieren hat man dann unter der Bedingung, dass ich die Verantwortung für Schäden übernehme nachgegeben. Manchmal gibt es keine guten Lösungen, also habe ich zugestimmt. Ich fühle mich aber erpresst.
Zwischenzeitlich habe ich eine neue Begründung für das Verpacken gehört: Es werden Haustiere im Laderaum transportiert. Diese könnten Schaden nehmen, wenn mein Fahrrad in eine Dose oder ein Behältnis (can) rutscht und dabei Flüssigkeit austritt. Die Luft konnte dieses mal in den Reifen bleiben (das war nur kurz am Anfang ein Thema).
Verpacktes Fahrrad
nicht verpackt genug für Lufthansa
Laut der Anzeige hier am Flughafen sind es nach Frankfurt nur 3671 Meilen. Ist aber vermutlich Luftlinie berechnet. Ich hoffe jetzt, dass das Rad heil in Frankfurt ankommt und begebe mich mal Richtung Boarding.

Update: Die FAZ hat scheinbar den hohen Eintrittspreis im Boston Tea Party Museum und Schiffe nicht gescheut und beschreibt was man dort sehen kann.