Dienstag, 19. Juni 2012

11. Etappe

Am heutigen Montag, 18.06.2012, ging es von Baker zurück zum Highway 50. Durch den Tipp von Wayne, der mir gestern auch noch Eiscreme spendiert hat, habe ich den Shortcut zwischen der Nevada Staatsstraße 487 und dem Highway gefunden und so etwa 4 Meilen gespart.
An der Grenze zu Utah gab es dann die letzte Möglichkeit Benzin und Wasser zu bekommen für 82 Meilen.
Steueroptimierung
Wie man dabei schön sehen kann, wird hier Steueroptimierung betrieben. Das Motel (Nevada will 10% Steuer auf Übernachtungen, in Utah ist es County und Gemeinden abhängig maximal 6.25%) und die Tankstelle liegen in Utah. Hingegen liegen das Cafe, die Spielautomaten (natürlich!) und der RV Park in Nevada. Das ganze kann man auf Google Maps auch aus der Luft sehen. Außerdem verlor ich an der Grenze noch eine Stunde, was aber auch nur bedeutet, dass die Sonne heute später unter und morgen später auf geht..
Danach begann also eine ziemlich lange Strecke ohne irgendwelche Versorgung. Das war aber eigentlich auch in den letzten Tagen so, wenngleich es meist eher 60-70 Meilen waren. Ich habe dann mit Hilfe der Meilensteine am Rand die Meilen runtergezählt. Neu war, dass es die ersten 75 der 82 Meilen wirklich nichts gab, also keine Häuser (auch keine Einfahrten zu Farmen). Lediglich ein paar Hinweisschilder auf 20+ Meilen entfernte Berge, Campingplätze oder Archäologische Stätten gab es. Es ging zunächst ein paar Kilometer km flach dahin bevor der erste Pass des Tages kam. Dieser führte auf 1635m. Hat aber scheinbar keinen Namen:

Im nächsten Tal, es war inzwischen nach 11 Uhr Ortszeit wurde es unerträglich heiß. Auch mein Wasser war inzwischen warm und der Wind war auch nicht mehr zur Abkühlung geeignet. Lediglich wenn ich mir Wasser über die Füße gegossen habe, konnte ich aufgrund der Trockenheit noch einen Kühleffekt erzeugen. Danach ging es dann mit Rückenwind zum zweiten Pass. Der nicht einmal ein Schild hatte:

Der Pass war gleichzeitig der Punkt, ab dem der Weg nach Hinckley kürzer wurde als der Rückweg nach Baker.

Sevier Lake
Anschließend führte die Straße am austrockneten Sevier Lake vorbei. Danach hatte ich für die letzten 40 Kilometer bis Hinckley etwa 30 km/h Rückwind, was die Fahrt doch sehr vereinfachte. Das Radfahren war teilweise mehr Segeln als Treten. Mit solch starkem Gegenwind, wäre ich vermutlich verzweifelt. Nach einer kurzen Rast in Hinckley ging es dann die letzten 5 Meilen nach Delta. Insgesamt habe ich für die doch nur 154.89km 6:59:32 gebraucht, also einen Schnitt von über 22km/h erreicht. Ich habe allerdings in der zweiten Hälfte der Strecke zu wenig gegessen und wohl auch getrunken (das warme Wasser bekomme ich irgendwann nicht mehr runter). In sofern bin ich jetzt doch sehr erschöpft und versuche mich mit Weintrauben, Orangensaft und Chips zu regenerieren.
Morgen gibt es auf jeden Fall eine kürzere Etappe, wohin genau weiß ich noch nicht.

Der RV Park hier in Delta ist der beste Campingplatz bisher. Es gibt Strom und Internet, saubere Waschräume, Bäume und eine saftig-grüne Wiese zum Zelten. Außerdem gab es einen kräftigen Hiker/Biker-Rabatt, da ich ja kein Wohnmobil, Wohnwagen oder Auto habe. Hier in Delta gibt es auch wieder einen vernünftigen Supermarkt. Einziger Nachteil ist, dass der Platz nicht nur am Highway 50 bzw 6 liegt sondern auch an einer Gütereisenbahnstrecke (ich weiß jetzt was mit extrem langen Güterzügen in den USA im Vergleich mit Deutschland gemeint ist).
Seit ich Napa verlassen habe, habe ich außer am Lake Folsom und in Baker immer in einer Entfernung von maximal einem Block zum Highway 50 übernachtet, morgen werde ich den aber vermutlich verlassen und eher dem Highway 6 nach Norden folgen.

Update: Heute habe ich außerdem noch einen Waschtag gemacht, dabei ist ein seit Napa vermisstes T-Shirt wiederaufgetaucht.

(english paragraph)
Today I left Nevada. The first 75 miles in Utah I did not saw a house or a road to a farm. Also there was no possiblity to get water or anything else. Besides this it was also hot and dry again. I somehow overuse my body. Currently I try to recover with grapes, orange juice and chips. Tomorrow I will probably do a shorter stage.