Samstag, 2. Februar 2013

Wie ich das eBook „produziert“ habe

Ich bin gefragt worden, wie ich das alles veranstaltet habe:

Der erste Schritt war das Schreiben der Texte. Glücklicherweise habe ich das während der Tour schon im Blog gemacht.




Als nächstes habe ich gegooglet was den so ein eBook im Wesentlichen ist. Um es auf eine knappe Formel zu bringen:

epub = ZIP( HTML + CSS + ... )
mobi = FAmazon(epub).

Ich habe dann eine Vorlage von Perry Gravin von How to make an Amazon Kindle book using HTML and CSS verwendet und angefangen die Texte (und Bilder aus dem Blog zu kopieren. Das problematischste dabei war, dass ich die etwa 240 Bilder von hand neu einfügen musste, damit sie vernünftige HTML-tags haben. Picasa konnte ich relativ einfach von allen meinen Bildern kleine 800x600 Versionen erstellen, allerdings musste ich aus dem großen Stapel der Bilder noch die 240 auswählen. Außerdem habe ich die Kapitelüberschriften neu gemacht und den einzelnen Tage „Von Start nach Ziel“-Titel gegeben. Danach habe ich ein paar Textstellen, die Typografie (Anführungszeichen, Apostrophe, Gedankenstriche, nicht aber Ligaturen) und die Rechtschreibung verbessert.

Der CSS Style Sheet war relativ schnell geschrieben. Allerdings habe ich damit etwas Erfahrung. Das Inhaltsverzeichnis war mit etwas Kopiererei verbunden ging aber auch relativ schnell. Damit hatte ich dann ein großes HTML mit dem Inhalt, ein kleines HTML mit dem Inhaltsverzeichnis und ein CSS. Außerdem brachte die Vorlage noch ein OPF mit. In dem stehen die Metadaten und die Verlinkungen zu den verwendeten Dateien. Hierbei ist mir nicht bewusst gewesen, dass man jedes Bild einzelnen aufführen muss. Der Generator von Amazon zur Erzeugung von MOBI ignoriert das gekonnt, für ein valides EPUB ist es aber nötig. Ich habe einige Zeit gebraucht bis ich das verstanden habe. Daneben gibt es noch ein NCX, welches die Informationen des Inhaltsverzeichnisses nochmal in XML Form, also Menschen- und Maschinen-lesbar, enthält.
Ebenfalls nicht in der Vorlage enthalten war die Datei „mimetype“, die nur „application/epub+zip“ enthält und als erstes im ZIP stehen muss.

Es fehlt noch das Cover. Ich habe mir ein paar Youtube-Videos zu diesem Thema angeschaut und es dann in Gimp zusammengebastelt. Ich werde sicherlich kein Cover-Designer mehr in meinem Leben, aber ich wollte die Kosten klein halten und keinen professionellen Dienst in Anspruch nehmen. Die Schriftart auf dem Cover ist eine der Schriftarten aus Googles (Open) Web-Fonts-Datenbank. Es handelt sich um die Negativ-Version von Signika.

Als nächstes habe ich alles gezippt, damit hatte ich das EPUB. Das EPUB mit epubcheck validiert und mit Amazons Mobi-Generator in ein MOBI umgewandelt. Nachdem ich alle Fehler (mimetype, Bilder, ...) entfernt hatte, ging es dann irgendwann auch fehlerfrei.

Zur Veröffentlichung bleibt zu sagen. Ich wollte das Buch kostenlos anbieten, da
Die Files liegen jetzt zum einen in meinem Google Drive und werden über Share-Links bereit gestellt. Simon Haynes bietet ein paar Tricks auf http://www.spacejock.com.au/ zum Thema kostenlos veröffentlichen. Er empfiehlt Smashwords, die aber leider nur Word als Eingabeformat akzeptieren. Er hat mir dann als Alternative Kobobooks genannt. Kobo akzeptiert Datein bis maximal 25 MB, was ich relativ knapp finde, wenn man viele Bilder ins Buch packt. Bei Amazon sind die Mindest- und Maximalpreise gestaffelt nach Dateigröße in der 35% Tantiemen-Option, bei 70%-Option werden die 70% vom Nettoerlös, nach Kosten für die Übertragung des Buches berechnet. Damit bleiben dann auch Bilder in eBooks, wie bei gedruckten Büchern, ein Kostentreiber. Ich hoffe, dass ich Amazon dazu bringen kann, den Preis von Kobo zu matchen.

Ebooks ermöglichen kein fixes Layout. Das bedeutet, dass man weniger Aufwand mit dem Layout hat; dieses aber auch nicht kontrollieren kann. Überraschend verbreitet unter eBook-Autoren scheint Word zu sein, was ich nicht so ganz nachvollziehen kann. Der von mit beschrittene Weg, das Buch im Wesentlich in HTML zu erstellen, ist scheinbar nicht der Weg der Mehrheit.

Letztes Jahr habe ich versucht meine Dissertation, geschrieben in LaTeX, ins EPUB-Format zu konvertieren. Dabei bin ich an den mathematischen Formeln gescheitert. Die eBook-Reader unterstützen Formeln noch nicht, obwohl das im neusten EPUB-Standard vorgesehen ist. Wenn man nur Text und Fotos hat, ist es jedenfalls deutlich einfacher.