Dienstag, 19. Juni 2012

11. Etappe

Am heutigen Montag, 18.06.2012, ging es von Baker zurück zum Highway 50. Durch den Tipp von Wayne, der mir gestern auch noch Eiscreme spendiert hat, habe ich den Shortcut zwischen der Nevada Staatsstraße 487 und dem Highway gefunden und so etwa 4 Meilen gespart.
An der Grenze zu Utah gab es dann die letzte Möglichkeit Benzin und Wasser zu bekommen für 82 Meilen.
Steueroptimierung
Wie man dabei schön sehen kann, wird hier Steueroptimierung betrieben. Das Motel (Nevada will 10% Steuer auf Übernachtungen, in Utah ist es County und Gemeinden abhängig maximal 6.25%) und die Tankstelle liegen in Utah. Hingegen liegen das Cafe, die Spielautomaten (natürlich!) und der RV Park in Nevada. Das ganze kann man auf Google Maps auch aus der Luft sehen. Außerdem verlor ich an der Grenze noch eine Stunde, was aber auch nur bedeutet, dass die Sonne heute später unter und morgen später auf geht..
Danach begann also eine ziemlich lange Strecke ohne irgendwelche Versorgung. Das war aber eigentlich auch in den letzten Tagen so, wenngleich es meist eher 60-70 Meilen waren. Ich habe dann mit Hilfe der Meilensteine am Rand die Meilen runtergezählt. Neu war, dass es die ersten 75 der 82 Meilen wirklich nichts gab, also keine Häuser (auch keine Einfahrten zu Farmen). Lediglich ein paar Hinweisschilder auf 20+ Meilen entfernte Berge, Campingplätze oder Archäologische Stätten gab es. Es ging zunächst ein paar Kilometer km flach dahin bevor der erste Pass des Tages kam. Dieser führte auf 1635m. Hat aber scheinbar keinen Namen:

Im nächsten Tal, es war inzwischen nach 11 Uhr Ortszeit wurde es unerträglich heiß. Auch mein Wasser war inzwischen warm und der Wind war auch nicht mehr zur Abkühlung geeignet. Lediglich wenn ich mir Wasser über die Füße gegossen habe, konnte ich aufgrund der Trockenheit noch einen Kühleffekt erzeugen. Danach ging es dann mit Rückenwind zum zweiten Pass. Der nicht einmal ein Schild hatte:

Der Pass war gleichzeitig der Punkt, ab dem der Weg nach Hinckley kürzer wurde als der Rückweg nach Baker.

Sevier Lake
Anschließend führte die Straße am austrockneten Sevier Lake vorbei. Danach hatte ich für die letzten 40 Kilometer bis Hinckley etwa 30 km/h Rückwind, was die Fahrt doch sehr vereinfachte. Das Radfahren war teilweise mehr Segeln als Treten. Mit solch starkem Gegenwind, wäre ich vermutlich verzweifelt. Nach einer kurzen Rast in Hinckley ging es dann die letzten 5 Meilen nach Delta. Insgesamt habe ich für die doch nur 154.89km 6:59:32 gebraucht, also einen Schnitt von über 22km/h erreicht. Ich habe allerdings in der zweiten Hälfte der Strecke zu wenig gegessen und wohl auch getrunken (das warme Wasser bekomme ich irgendwann nicht mehr runter). In sofern bin ich jetzt doch sehr erschöpft und versuche mich mit Weintrauben, Orangensaft und Chips zu regenerieren.
Morgen gibt es auf jeden Fall eine kürzere Etappe, wohin genau weiß ich noch nicht.

Der RV Park hier in Delta ist der beste Campingplatz bisher. Es gibt Strom und Internet, saubere Waschräume, Bäume und eine saftig-grüne Wiese zum Zelten. Außerdem gab es einen kräftigen Hiker/Biker-Rabatt, da ich ja kein Wohnmobil, Wohnwagen oder Auto habe. Hier in Delta gibt es auch wieder einen vernünftigen Supermarkt. Einziger Nachteil ist, dass der Platz nicht nur am Highway 50 bzw 6 liegt sondern auch an einer Gütereisenbahnstrecke (ich weiß jetzt was mit extrem langen Güterzügen in den USA im Vergleich mit Deutschland gemeint ist).
Seit ich Napa verlassen habe, habe ich außer am Lake Folsom und in Baker immer in einer Entfernung von maximal einem Block zum Highway 50 übernachtet, morgen werde ich den aber vermutlich verlassen und eher dem Highway 6 nach Norden folgen.

Update: Heute habe ich außerdem noch einen Waschtag gemacht, dabei ist ein seit Napa vermisstes T-Shirt wiederaufgetaucht.

(english paragraph)
Today I left Nevada. The first 75 miles in Utah I did not saw a house or a road to a farm. Also there was no possiblity to get water or anything else. Besides this it was also hot and dry again. I somehow overuse my body. Currently I try to recover with grapes, orange juice and chips. Tomorrow I will probably do a shorter stage.

Montag, 18. Juni 2012

10. Etappe

Am heutigen Sonntag ging es von Ely über zwei Pässe nach Baker. Aufgrund des Casino-Besuchs gestern, ging es erst kurz vor 9 los. Die Strecke führte zunächst süd-östlich aus Ely raus. Der Wind kam daher zunächst von vorn rechts und hat ziemlich genervt. Zum Glück kam er dann im ersten Anstieg eher passend von hinten. Der erste Pass war relativ leicht zu erklimmen und Passschild:

Danach ging es wie üblich ins nächste Valley und bei Kilometer 75 über den zweiten und letzten Pass.


Baker liegt ziemlich genau an der Ostgrenze von Nevada. Trotzdem fehlen hier die Casinos, die man an der Westgrenze zu Kalifornien findet. Vermutlich weil die nächste Ortschaften in Utah im 100 Meilen Umkreis einfach zu klein sind. Baker ist winzig und hat nur 68 Einwohner. Es gibt hier wie von den ACA Karten versprochen einen einfachen Campingplatz, einen Supermarkt und zwei Bars/Dinners. Der Supermarkt ist aber, vermutlich aufgrund der Abgeschiedenheit, sehr spärlich bestückt und etwas teuer. Ich habe aber geradeso alles bekommen was ich brauche, wenn ich morgen die 100 Meilen nach Delta nicht schaffen sollte. Kurz vor acht ist inzwischen auch alles geschlossen außer der Bar am Zeltplatz, die aber keine Gäste hat.



Kurz vor Baker ist ein Reh von der linken auf die rechte Seite der Straße gewechselt und hat sich dabei leider etwas im Stacheldraht des Weidezauns verfangen. Es konnte sich aber selbst befreien und weiter laufen. Wie ihr seht es ist auch heute nicht viel passiert. Wird Zeit das ich aus dieser Einöde rauskomme. Ich habe es langsam auch satt immer alle Lebensmittel, Wasservorräte für zwei Tage usw. mit mir rumzufahren. Ich will endlich wieder Supermärkte alle 10 km!

Die Daten von heute sind ganz gut: 102.73 km in 5:05:31. Morgen geht es etwa 100 Meilen (also 161km) nach Delta. Damit verlasse ich zum einen Nevada und zum anderen die Adventure Cycling Association Route Western Express. Ich fahre dann erstmal nach Richtung Salt Lake City und später weiter Richtung Norden. Eventuell fahre ich dann in Dakota wieder auf eine ACA Route. Morgen wird ein also ein langer Tag, der durch den Zeitzonenwechsel auch noch eine Stunde kürzer wird.

(english paragraph)
Today, I had strong wind, first from the side making it difficult to bike. Later the wind come from behind and helped me to climb the two climbs of today. I checked the height-profile of the stage with GPSies.com, but my impression was that the height calculations are wrong. So the stage was easier than expected. Tomorrow the stage started with the pass of the border between Nevada and Utah. This means I will loose one hour. The next larger town on the US Highway 50 is Delta, UT, so will stage will be something like 100 miles. As usual there is no service for something like 90 miles. I am getting tired of transporting all the water for two days and so on. Hopefully I am back in a region with more infrastructure soon.


Sonntag, 17. Juni 2012

8. und 9. Etappe

8. Etappe: (Hier ist nicht viel passiert, deswegen folgt unten die 9. Etappe)
Am Freitag, 15.06., ging es vom Bob Scott Summit nach Eureka, NV (offenbar gibt es davon so etwa 10 in den USA). Zunächst begann der Tag wie immer recht frisch, so dass ich mich nicht wie geplant um 5 aus dem Schlafsack geschält habe, sondern erst kurz nach 6. Es ging dann zunächst mit einer Abfahrt los, gefolgt vom Anstieg zum Hickison Summit. In dessen Nähe habe Ureinwohner vor tausenden von Jahren einen natürlichen Pass für eine Treibjagd auf Wild verwendet. Diese Jagd wurde durch magische Zeichnung und andere Okkulte begleitet. Leider lag der Ort zuweit abseits des Highway 50 um sich das anzuschauen.



Danach ging es relativ flach auf frisch asphaltiert Straße die nächsten Meilen Richtung Eureka. Leider waren die Beine heute nicht besonders gut und es gab auch etwas Gegenwind. Daher zog sich die eigentlich relativ flache Strecke ziemlich in die Länge. Das macht mir etwas Sorgen für den Samstag. Kurz vor Eureka gab es noch eine Goldmine zu sehen. Ansonsten war der heutige Tag recht ereignislos.
Auf dem RV Park in Eureka habe ich dann noch Bart und Karoline aus Utrecht getroffen. Die Beiden sind in Washington, DC gestartet und fahren westwärts nach San Francisco. Im Gegensatz zu mir haben die Beiden schon den Großteil ihrer Tour geschafft. Außerdem sind sie im Besitz der ACA Karten, die ich nicht bekommen habe. Ich habe einen Blick auf das Profil von Bob Scott nach Eureka geworfen und es wirklich extrem flach.

Insgesamt waren es 106.21 km in 5:59:57.

Das ist  so in etwa die Standardparkposition des BOB Yak


(english paragraph)
Today my legs were not good. Addionally I had some head wind, so also the new street in some parts does not helped. Again I was afraid of tomorrow, 5 climbs with 500 ft to 1250 ft. But since there is nothing before Ely, I have to make it.


9. Etappe:
Am heutigen Samstag ging es dann um 7:20 von Eureka los Richtung Ely. Es standen 4 Pässe, davon 3 über 7000 ft, auf dem Programm. Daher habe ich auch ausnahmsweise vor 6 aus dem Zelt geschafft. Meine Beine waren besser, auch wenn es etwas Gegenwind gab und der letzte Pass etwas zäh ging. Ich denke übermorgen ist wieder alles bestens und ich schaffe eine 150 km von Baker nach Delta (Utah). Wenn nicht, dann muss ich unterwegs in einer sehr leeren Gegend campen.
Die 4 Pässe waren heute:


Eigentlich liefen alle Pässe ganz flüssig - ist halt alles sehr sanft ansteigend hier. Lediglich die zweite Ebene zwischen den Pässen war sehr beschwerlich. Zum Schluss ging es dann eine 20 km lange Abfahrt vorbei an einer Kupfermine nach Ely.
Kupfermine
Ely hat einen Park mit richtigen Bäumen!
Die Etappe heute hatte 123.84 km in 6:29:26. Ich war durch den frühen Start bereits kurz vor 3 am Ziel. Heute Abend habe ich vor ins Casino zu gehen. Ich bin zwar schon ein paar Tage in Nevada, habe das bisher aber noch nicht geschafft. In Fallon hatte ich keine Zeit, in Austin gab es kein Casino und in Eureka nur Slot-machines.

(english paragraph)
Today I started early (7:20 am). The stages was long (123 km) and hard (3 summits over 7000 ft). I felt better today, so I am a little more optimistic for the stage in two days from Baker to Delta, UT.
Besides the summits I saw today a large open-pit copper mine - Robinson Mine. The mine produces also a lot of gold. At the moment they produce gold for around 150 million USD and copper for 350 million USD.
Tonight, meaning now, I will go to the casino. This is in my opinion an essential part of a visit to Nevada. So far I have not made it, since there was no real casino (not only slot-machines) in Austin and Eureka. In Fallon I was just to busy.


UPDATE:
Eigentlich war mein Plan eine Runde Roulette zu spielen und sowas wie 100 USD auf eine (oder zwei) Zahl(en) zu setzen. Leider hatten sie hier kein Roulette und ich musste Poker spielen. War ziemlich nervenaufreibend, am Ende blieb aber ein Gewinn übrig. :-)

Donnerstag, 14. Juni 2012

Tag 7 & 8 (7. Etappe + 1. Ruhetag)

Dieser Eintrag ist auf meinem Kindle geschrieben geworden. Daher habe ich keine Rechtschreibprüfung, keine Sonderzeichen und keine Bilder. Die Bilder kann ich später noch nachreichen.

Am Mittwoch ging es von Fallon aus weiter ostwärts. Am Morgen habe ich mich noch mit einem Ehepaar der Zeugen Jehovas nett über den "Lonliest Highway" unterhalten, der leider gar nicht so einsam ist. Nach dem ich an der Fallon Navel Air Station vorbei war, gab es neben Kampfjets auch echte Wüste zu sehen: Eine Sanddüne und eimem Salzsee.


Danach ging es über einen kleinen Pass und in die nächste Hochebene (etwa 1500m über dem Meer). Mittagspause habe ich in Middlegatestation gemacht. Dort empfahl man mir lieber ueber den Carroll Summit zu fahren als weiter den Highway zu nehmen. Oben sollte ich dann einfach wildcampen.

Der Anstieg, etwa 30km, 1000hm, hat 3:15 gedauert und war landschaftlich schön aber am Ende sehr hart fuer mich.

Der Pass ist gleichzeitig die Grenze zum County Lander

Die Stellen zum Campen haben mir, auch wegen der Höhe nicht gefallen. Ich bin dann weiter gefahren bis es zu spät war und ich wieder in landwirtschaftlich genutzten Land war. Man muss sich das hier so vorstellen, dass verschiedene Ebenen durch kleinere Hügelketten abgegrenzt sind. Ich habe mich dann irgendwie bis Austin gequält und beschlossen am nächsten Tag einen Ruhetag einzulegen.
Gegen 20:30 ging dann die Sonne unter bevor ich in Austin war
In Austin gab es erstmal eine sehr große Coke. Eigentlich wollte ich auf einem RV Platz campen. Um Zehn das Zelt aufzubauen macht aber keinen Spaß, wie auch immer ich habe den Platz im Dunklen nicht
gefunden und mich für das Motel entschieden, wo ich ohne weiteres Essen ins Bett gefallen bin. Insgesamt waren es 186.85km in 10:33.

Heute ging es dann von Austin nur über den Austin Summit um Bob Scott Summit und Campingplatz. Ich merke die Erschöpfung von gestern immer noch, weshalb es nur 12.46km in 1:15 waren.

Hier habe ich einen schattigen Platz (Bäume gibt es hier nur ziemlich weit oben) und werde am Nachmittag noch etwas ausspannen.


(english version)
My Kindle is currently my only working device. My cell phone excepts only emergency calls. This means no photos today. After a very log stage yesterday, I simply missed to stop at the recommended place, I
did a really short stage today: Only from Austin to Bob Scott Summit. Yesterday a couple of witness Jehovah's gave me a book explaining the bible and THE author. I always thought the bible has many authors.
However I should get ride of the booklet, since it is simply unnecessary weight.

UPDATE:
Now with photos.

Mittwoch, 13. Juni 2012

6. Etappe

Ich habe mir heute nach ausnahmsweise ein Motel gegönnt, daher habe ich zuverlässiges Internet und komme dazu die Posts nachzuholen, die ich in den letzten Tagen nicht geschafft habe. Die nächsten Tage werde ich durch sehr dünn-besiedeltes Gebiet unterwegs sein, so dass ich vermutlich kein Internet haben werde.

Wenn man sich die Zahlen meines Fahrradcomputer anschaut:
138.02 km in 5:11:42 (avg. 26.56 km/h)
könnte man meine, ich hätte plötzlich Beine wie Andreas Klöden, es war aber einfach nur extrem starker Rückwind (25 km/h aus West). Leider ist die Vorhersage für Morgen, dass der Wind auf Nord dreht :-(.
Außerdem ging es 2300 ft (also etwa 750 hm) auf 3960 ft nach unten, wofür ich dann in den nächsten beiden Tagen beim Überqueren des New Pass Summits (6340 ft) bezahlen werde.
Die Etappe startet schon wieder mit einem technischen Problem, mein erst in San Francisco erneuertes vorderes Schaltkabel schleifte am Hinterrad. Ich vermute, dass ein Streifenhörnchen die Schutzkappe abgeknabbert und es dabei verbogen hat. Wie auch immer, das ließ sich schnell zurechtbiegen.

Am Morgen war das Licht für Aufnahmen vom Lake Tahoe etwas besser als am Abend zuvor:


Die Route führte heute den ganzen Tag auf dem US Highway 50 entlang. Am Anfang gab es eine Tunnel mit einem Warnsignal davor. Falls die Lichter blinken, ist mit Radfahrern im Tunnel zu rechnen. Natürlich gab es auch den passenden Knopf um die Lichter einzuschalten. Alles ziemlich Radfahrer-freundlich hier in Nevada, vielleicht von den Temperaturen abgesehen. Die Grenze zu Nevada hatte ich schon gestern überquert. Die Grenze verläuft mitten durch eine Stadt, auf der einen Seite sind die Hotels mit den Casinos auf der anderen die Geschäfte zum Einkaufen.
Gleich nach Verlassen des Lake Tahoe kam der einzige kleine Pass des Tages.


Nachdem Pass ging es dann ziemlich steil hinunter eine größere Ebene in der Carson City, die Hauptstadt Nevadas liegt. Mein Vater hat früher manchmal so eine Geschichte erzählt, wo er (oder war er nur Beifahrer) einen LKW von der Straße abgesteuert hat, weil die Bremsen versagt haben. Hier in Nevada hat man für diesen Fall erst Bremstestzonen vorgesehen und falls die Bremsen versagen, darf man den LKW in eine Art Kiesbett mit Rampe am Ende steuern. Das sollte einen ziemlich sicher ohne größere Schäden zum Stehen bringen. Die Abfahrt war nur 5% steil und es gab zwei diese Kiesbetten.


Unten angekommen, sah die Landschaft sehr nach Steppe aus. Der letzte Regen ist vermutlich schon ein Stück her.

Es war sehr sonnig und heiß. Mein Fahrradcomputer hat 39°C (in der Sonne) gemessen, also fast 100°F.


Es ging dann jedenfalls nach Carson City, wo ich in einem Fahrradladen einen neuen Schlauch für das Anhängerrad gekauft habe.
Nach dem Mittagessen in Dayton ging es sehr geradeaus mit Rückenwind weiter. Die Landschaft wurde sehr karg. Ich hatte auch sowas wie eine Fata Morgana: Durch die heiße Luftschicht über dem Asphalt, die den Himmel spiegelte, sah es so aus, als wäre der Hochpunkt einer leichten Gegensteigung etwa einen Kilometer früher. Ich habe, dass dann irgendwann am Gegenverkehr mitbekommen und endlich verstanden, warum alle aufgefordert waren die Frontscheinwerfer einzuschalten.



Meine Jagd nach Kilometern wurde dann für einige Minuten durch einen Platten im Hinterrad unterbrochen. Ist wohl echt nicht gut immer auf den Seitenstreifen zu fahren. Eigentlich wollte ich am Lake Lahontan zelten, in Silver Springs meinte ein freundlicher Verkäufer aber, dass es locker bis Fallon zu schaffen ist und alles flach sei. Also habe ich den Rückwind noch für eine Stunde länger ausgenutzt.


Ich habe heute noch Wäsche gewaschen (dabei leider einen Teil vergessen :-() und bei Walmart eingekauft. Der Walmart ist viel zu groß und unübersichtlich. Außerdem sind wie in allen amerikanischen Supermärkten die Packungsgrößen vollkommen ungeeignet, wenn man aufs Gewicht schauen muss. Ich habe jetzt Wasser, Brot, Nudeln, Chips und Bananen für 2 Tage. Das sollte mich hoffentlich bis Austin, Nevada (109 Meilen von hier aus) bringen.

(english version)
It becomes quite late now, so I will keep this really short. Please use Google Translate.
I had a wonderful day today. Tailwind pushes me 138 km forward. I made up one day, since I originally want to spend the night at Lake Lahontan and tomorrow in Fallon. The average speed today was something like 15 mph, the most so far. I plan to start tomorrow not later than seven, so I should go to bed now, sorry.

5. Etappe

Die 5. Etappe am Montag war etwas kürzer. Ich habe mich lediglich den Highway 50 bis zum Pass am Echo Summit hochgequält und bin dann gemütlich bis Zephyr Cove gerollt, wo ich für 32 USD übernachtet habe. Manche Zeltplätze sind echt teuer, aber es gab keine bessere Alternative am Weg (nur einen genauso teuren ohne Duschen).

Der Anstieg war nicht besonders steil, aber lang. Alles in allem war das, wohl auch durch die zusätzliche Last des Hängers, der wohl bisher härteste Pass meines Lebens. Ich habe in etwa 1.5 Tage im Anstieg verbracht, auch wenn es zwischendurch immer mal wieder bergab ging. Die Landschaft war an vielen Stellen sehr schön.

Danach ging es in einer schnellen Abfahrt, nur unterbrochen durch eine Baustelle (~25 min. Zeitverlust) zum Lake Tahoe. Alles in allem habe ich mehr eine Halbetappe gemacht und schon gegen 1 aufgehört (61.41km in 4:03:32, 15.12 km/h). Es war einfach kein guter Campingplatz mehr in der Nähe und eine Nacht am Lake Tahoe musste auch sein. Ich habe dann den Nachmittag damit verbracht mir Angst vor Nevada und dem Lonliest Highway zu machen und am Strand die Füße ins Wasser zu halten.


(english version)
I continued to climb up US Highway 50 to the Echo Summit. This takes around 2.5 hours out of 4. I need in total something like 1.5 day for this climb - the longest I ever done. The landscape was beautiful and green (compared with Nevada). Lake Tahoe was to cold for a little swimming. In the morning I had a flat in the trailer wheel, probably due to the cycling on the side lanes - a lot of broken glass where.

And finally for all of you, how have not driven form Sacramento to Lake Tahoe a small video:
Und zum Abschluss für alle die noch nicht von Sacramento aus zum Lake Tahoe gefahren sind noch ein kleines Video:


4. Etappe


Inzwischen bin ich in Nevada, trotzdem möchte ich noch die beiden vorherigen Tage beschreiben.

Am Sonntag ging es dann vom Lake Folsom zunächst die Green Valley Road entlang. Leider war es die letzten Wochen sehr warm und trocken, so dass es nicht mehr sonderlich grün war, nagut verglichen mit Nevada: es war noch grün. Auch von einer Straße in einem Valley konnte kaum die Rede sein, dafür gab es frische Erdbeeren für USD 2.50. Im Wesentlichen ging es stetig von einem Tal ins nächste. Leider mit vielen Abfahrten zwischen drin, so dass ich bis Placerville nicht besonders viele Höhenmeter geschafft habe.

In Placerville habe ich eine Mittagspause bei McDonald's gemacht und dort den Blogeintrag für Samstag geschrieben. Anschließend habe ich mich für den El Dorado Trail entschieden. Da sich die Gegend selbst mit El Dorado, einem Überbleibsel des Goldrushes von 1848, bezeichnet versprach der zunächst asphaltierte Weg einen ganz guten Eindruck. Plötzlich war der Weg jedoch nicht mehr asphaltiert und auch die kurz danach folgende Kreuzung war nur geschottert. Zurückfahren wäre ein Umweg von etwa 15 Kilometer geworden, also entschied' ich mich für ein Augen-zu-und-durch.

War eben noch asphaltiert
Der Weg wurde immer schlechter, wenngleich er immer noch nur moderate Steigungen aufwies. Plötzlich war der Weg dann aber 15m vor dem US Highway 50 zu Ende. Der Highway war an der Stelle nicht als Freeway ausgeschildert ich hätte ihn also benutzen können.

Highway 50 hinter dem Zaun, aber nicht erreichbar


Nach einigem Rangieren mit dem Anhänger habe ich mich dann auf den Rückweg zur letzten Kreuzung gemacht, die zu einer asphaltierten Straße führte. Nach einigem Irren durch die Wohnsiedlung (immer rechts rum war leider falsche, links rum wäre deutlich kürzer gewesen) kam ich dann etwa 2 Kilometer weiter unten auf dem Highway 50 den ich bis zur nächsten Kreuzung gefahren bin. Danach war ich wieder auf dem ursprünglich geplanten Weg. Nach etwa 15km habe ich dann bei einem Safeway die letzten Besorgungen des Tages, also vor allem eine neue Gallone Wasser und etwas Brot. Irgendwie schmeckt hier selbst französisches Brot nicht, obwohl ich Weißbrot eigentlich sehr mag. Bei Safeway hat mir dann meine neue amerikanische Telefonnummer den Erwerb eine Safeclub-Karte erleichtert, mit der ich auch gleich 4 Dollar gespart habe.

Nach dem Safeway gab es eine Auffahrt auf dem Freeway, die ich aber nicht benutzen durfte, also sollte ich laut Google-Maps für Fahrräder auf der Straße bleiben (einer Sackgasse) später zweimal rechts abbiegen und dann links auf den Highway 50 (der ungefähr 1 Meile nach der Auffahrt kein Freeway mehr war). Ich bin da rein gefahren habe aber außer Wohnzufahrten nichts gefunden. Danach bin ich wieder zurück um zu prüfen, ob ich mir den Freeway getrauen kann oder ob es auf der anderen Seite eine Alternative gibt. Gab es nicht. Ich habe dann mit meinem Kindle nochmal genau auf die Karte geschaut, und da sollte es wirklich eine Verbindung geben. Also zurück zur Sackgasse. Dort musste ich das Rad dann etwa 50 Meter den Berg über Schotter hochschieben bevor es dann rechts wieder in eine asphaltierte Straße ging, die tatsächlich zum Highway führte. Den ging es dann noch etwa 25km entlang bis zum Campingplatz Sand Flat.
Der Highway war teilweise 4-spurig ausgebaut und teilweise mit sehr breiten Sicherheitsstreifen versehen, also angesichts des geringen Verkehrs am späten Sonntagnachmittag, gut befahrbar. Allerdings ging es mehr bergab als bergauf, obwohl der Highway im wesentlichen dem (South Fork) American River vom Vortag folgt. Der Campingplatz war einfach gehalten, also leider ohne Dusche und daher mit 18 USD ziemlich teuer. Nach 100.49 km, 6:35:23 (avg 15.32 km/h) waren die 25km zum nächsten kostenfreien Platz aber nicht mehr drin. Die Camp-Manager haben mir dann von einem Radfahrer der in Boston gestartet ist. Das war ganz nett, bis zu dem Punkt als sie 911 gewählt haben, weil der Radfahrer beim Bad im American River auf einem Stein ausgerutscht ist. Daher habe ich dann auch auf ein Bad im Fluß verzichtet.

(english version)
The day started at the Lake Folsom. It was quite cold in the morning, so that I put on some more cloths. But already short after 9 it was warm enough to cycle in short summer cloths. The route went up to Placerville on the Green Valley Road, which unfortunatly neither followed a valley nor was green (ok maybe compared with Nevada it was green).
In Placerville I decided to take the El Dorado Trail, a really bad decision. The trail ended at a fence blocking me from accessing the US Highway 50. I went a little back and finally find a way to the Highway, which I had to leave soon after, since it becomes a Freeway again.

20km later I had some touble finding the way through a dead end street entering the Highway after the Freeway-part ends. My Kindle finally helped me to find the right map online, my 1:126.000 map from the National Forest was not really helpful in this case. The day ended at Sand Flat campground, where I heard a horrible story of a biker, who started in Boston, and ended in the hospital after he slipped on a stone while taking a bath in the American River. So I don't took a bath.
The American River, where the other biker took a bath.